Assyriologie und Hethitologie
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Sommersemester 2018

Alter Orient

Institut für Assyriologie und Hethitologie
Schellingstraße 5, 3. Stock
Telefon 089/2180 3287, Fax 089/2180 3913
E-mail: Inst.Assyr@lrz.uni-muenchen.de
Homepage: www.assyriologie.uni-muenchen.de

Institut für Vorderasiatische Archäologie
Schellingstraße 12, 4. Stock
Telefon: 089/2180 5490, Fax: 089/2180 5658
E-mail: Sekretariat@vaa.fak12.uni-muenchen.de
Homepage: www.vorderas-archaeologie.uni-muenchen.de

Postanschrift: Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Studienberatung:

PD Dr. Anne Löhnert, Institut für Assyriologie und Hethitologie, nach Vereinbarung
Tel. 089/2180 5676, E-mail: a.loehnert@lmu.de

Vorbesprechung für die Lehrveranstaltungen des Instituts für Assyriologie und Hethitologie: Montag, 09.04.2018, um 11 Uhr c.t. im Institut, Raum 307

Vorbesprechung für die Lehrveranstaltungen des Instituts für Vorderasiatische Archäologie: Montag, 09.04.2018, um 10:00 Uhr im Institut im Historicum, Raum 427

 Hinweise:

  • Für das Institut für Assyriologie gilt: Ausstehende Scheine für das vergangene Semester können ausnahmslos bis zum ersten Tag der Vorlesungszeit des Folgesemesters beantragt werden. Das heißt, Scheine für das WiSe 2017/18 können nur vor Mo., 09.4.2018 eingereicht werden.
  • Veranstaltungen ohne Raumangabe finden im Institut für Assyriologie und Hethitologie, Raum 307 statt.
  • Zusätzlich können Studierende prinzipiell Veranstaltungen aus dem Lehrangebot des Studienganges „Alte Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens“ auf Schein anrechnen lassen, sofern die jeweiligen Veranstaltungen zum BA „Alter Orient“ und zum Master „Altorientalistik“ passen.
    Das Angebot von Lehrveranstaltungen findet sich hier und in LSF unter: Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften -> Historisches Seminar -> II Bachelorstudiengänge Geschichte.
    Vor Teilnahme an einer Lehrveranstaltung aus diesem Studiengang ist eine Rücksprache mit der Studiengangskoordinatorin Anne Löhnert erforderlich.

Vorlesungen, Kolloquium

Schrifttum des Alten Orients: Von Hymnen bis zur Einkaufsliste: Altorientalische Schriftzeugnisse aus Anatolien, Syrien und der Levante

Jared Miller
2-stg., Mo. 12–14; Hauptgebäude, A 119
BA: P 4.1, WP 4.1, WP 9.1

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die sehr vielfältigen Schriftzeugnisse Anatoliens, Syriens und der Levante in allen ihren Aspekten von der Schriftein-führung Mitte des 3. Jts. v. Chr. in Syrien bis zur Ablösung der Keilschriftkultur durch die aramäische Alphabetschrift.
Thematisiert werden u. a. räumliche und zeitliche Verbreitung der Textquellen, die unterschiedlichen literarischen und nicht-literarischen Gattungen, die verwendeten Sprachen, Schriften und Schriftträger, die Schreiberkultur sowie Form und Funktion der verschiedenen Textzeugnisse.

Neolithikum und Chalkolithikum des Vorderen Orients

Kai Kaniuth
2-stg., Mo. 16–18; Hauptgebäude M 114
BA: P 5.1, WP 5.1

Die Veranstaltung vermittelt einen Überblick über die prähistorische Kulturent-wicklung des Vorderen Orients vom ausgehenden Paläolithikum bis zur Uruk-Zeit. Sie befasst sich mit den zentralen Themen der Sesshaftwerdung, des Übergangs zur Nahrungsproduktion und der Entstehung komplexer Gesellschaften. Anhand ausgewählter Beispiele werden aktuelle Fragestellungen des Faches Vorderasiatische Archäologie erörtert.

Archäologie und Geschichte der altbabylonischen, altsyrischen und altassyrischen Epoche

Adelheid Otto
2-stg., Di. 14-16 Uhr; Schellingstr. 12, K 427
MA: P 7.1

Im frühen zweiten Jahrtausend wird Vorderasien nach einer Schwächeperiode am Ende des dritten Jahrtausends neu organisiert. Neue Städte und Reiche entstehen unter wesentlicher Mitwirkung der Amurriter. In dieser Vorlesung werden Siedlungen und materielle Hinterlassenschaften in Südmesopotamien, Nordmesopotamien, Syrien und Anatolien vorgestellt und detailliert untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf das Reich Samsi-Addus gelegt werden, das zwischen 1815 und 1776 (MC) in Nordmesopotamien florierte.
Die Vorlesung richtet sich an Masterstudierende und fortgeschrittene Studierende, die bereits über Grundwissen zu Vorderasien verfügen und die Einführungsveranstaltungen besucht haben.

Kolloquium zum Alten Orient

Jared Miller, Adelheid Otto, Walther Sallaberger
2-stg., Di 18–20, Hauptgebäude A 014
MA: P 6.3

Das Kolloquium wird gemeinsam von den Instituten für Assyriologie und Hethitologie und für Vorderasiatische Archäologie wöchentlich veranstaltet. Dabei werden aktuelle Forschungsarbeiten vorgestellt und diskutiert. Der Kreis der Vortragenden wird bewusst offen gehalten und soll die Lehrenden der Institute mit ihren aktuellen Forschungsarbeiten, Studenten mit ihren Qualifikationsarbeiten, Mitarbeiter in Projekten, Gastwissenschaftler, Vertreter von Nachbarfächern oder Wissenschaftler ohne institutionelle Anbindung umfassen. Aktuelle Ankündigungen werden an den Instituten ausgehängt und auf den Websites angekündigt.

Betreuung der Protokolle: W. Sallaberger.

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Sprachkurse

Akkadisch II

Anne Löhnert
2-stg., Mi. 12–14, Schellingstr. 3, S 227
BA: P 1.2

In diesem Kurs werden die im „Akkadisch I“-Unterricht erworbenen Kenntnisse des Altbabylonischen anhand verschiedener Texte vertieft. Gelesen werden Teile des Prologes und des Epiloges des Kodex Hammurapi von Babylon.

Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Akkadisch I.

Neusumerische Texte (Sumerisch II)

Walther Sallaberger
2-stg., Do. 12–14; Schellingstr. 5, 204
BA: WP 1.2 / MA: P 2.2.1

Der Kurs dient dem Vertiefen der im Wintersemester erworbenen Kenntnisse der sumerischen Sprache anhand ausgewählter neusumerischer Texte. Dabei werden die Texte in Keilschrift erarbeitet, zudem beschäftigen wir uns mit dem charakteristischen Vokabular und dem Aufbau der verschiedenen Genres und lernen die wichtigsten Fundorte der Zeit kennen. Die Textlektüre folgt dem Lehrbuch von Colonna d’Istria/Sallaberger (in Vorbereitung), doch sollen die Studierenden darüber hinaus an die sumerologische Sekundärliteratur herangeführt werden.

Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Sumerisch I.

Hethitisch II

Jared Miller
2-stg., Di. 12–14, Schellingstr. 5, 204
BA: WP 6.2 / MA: P 2.2.2.

Das Hethitische ist die älteste verschriftete indoeuropäische Sprache und zugleich eine der drei Großcorpussprachen des Alten Orients, die in keilschriftlicher Überlieferung vorliegen. Nachdem im vorangehenden Semester durch die Lektüre einfacher Textabschnitte die Grundzüge der hethitischen Grammatik sowie ein Einstieg in die hethitische Variante der Keilschrift vermittelt wurden, werden in dieser Übung anhand der Lektüre von weiteren ausgewählten Texten verschiedener Gattungen die bereits erworbenen Grammatikkenntnisse ergänzt und vertieft.
Der Kurs dient zusätzlich zur Erweiterung des erworbenen Wortschatzes und der Keilschriftzeichenkenntnis sowie zur Einführung in die diachrone Entwicklung der Sprache und der Schrift.

Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Hethitisch I.

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Übungen

Hethitische historische Geographie

Zsolt Simon
2-stg., Do 14-16, Schellingstr. 9, 101
BA: P 4.2, WP 4.2, WP 9.2 / MA: P 6.2, P 7.1, P 7.2

Nach einer Einführung in die geographische Landeskunde Anatoliens werden sowohl die quellenbasierten als auch die modellbasierten Methoden der historisch-geographischen Erforschung des hethitischen Anatolien kritisch dargestellt. In Verbindung damit werden auch die schriftlichen und archäologischen Quellen vorgestellt. Mithilfe der dadurch gewonnenen Kenntnisse werden die Lokalisierung bzw. die Identifizierung aller größeren Regionen einschließlich bestimmter Gebirge und Flüsse ausführlich besprochen. Dies wird durch eine Auswahl von Fallstudien der wichtigsten Siedlungen begleitet. Eine kritische Auswertung des veröffentlichten Kartenmaterials bildet ebenfalls einen Schwerpunkt des Kurses.

Teilnahmevoraussetzung: Keine. Kenntnisse der relevanten altorientalischen Sprachen und Schriften sowie der hethitischen Geschichte sind nicht nötig, aber vorteilhaft.

Die altorientalischen Sammlungen des Louvre (mit Exkursion)

Kai Kaniuth, Anne Löhnert
2-stg., Mo. 14-16, Schellingstr. 12, K 427
BA: P 4.2, P 5.2, WP 4.2, WP 5.2, WP 9.2 / MA: P 6.2, P 7.1, P 7.2

Das Musée du Louvre verfügt über eine der umfangreichsten und bedeutendsten Sammlungen altorientalischer Artefakte weltweit, darunter Kernstücke wie die Stele des Narām-Suen (24. Jhd. v. Chr.), die Statuen des Gudea (22. Jhd. v. Chr.) oder den “Kodex Ḫammurapi” (18. Jhd. v. Chr.). Sie bietet anhand von Originalen des 4.-1. Jahrtausends v. Chr. einen hervorragenden Einblick in die Kulturgeschichte der Region mit Schwerpunkten in Mesopotamien, dem West-Iran und der Levante. Die Veranstaltung bereitet auf den Besuch der Sammlungen im Juli 2018 vor, wobei die Studierenden in der Übung in Referaten ausgewählte Kunstwerke der Louvre-Sammlung vorstellen, die dann während der Museumsbesuche direkt vor Ort am Objekt selbst noch einmal intensiv von allen Teilnehmern studiert werden sollen.

Die Uruk-Zeit

Adelheid Otto
2-stg., Mo. 10–12; Schellingstr. 12, K 427
BA: P 5.2, WP 5.2

Das Seminar führt in die Geschichte und Kultur der frühesten Hochkultur ein, die im 4. Jahrtausend in ganz Mesopotamien zu einem bedeutenden Wandel in der Lebensweise der Menschen führte. Exemplarisch werden die frühesten Städte und gleichzeitigen Dörfer auf Anlage, Gebäudeformen und deren Nutzungen analysiert sowie alle Gattungen der materiellen Hinterlassenschaften wie Keramik, Siegel, Waffen und Geräte behandelt.

Die Geburt der Stadt

Simon Halama
2-stg., Di. 16–18; Schellingstr. 12, K 427
BA: P 5.2, WP 5.2

Mesopotamien ist weltweit die erste Region, in der im Laufe des 4. Jahrtausends v. Chr. Siedlungen von unzweifelhaft städtischem Charakter entstehen. Paradebeispiel für diese Entwicklung ist die Stadt Uruk im südlichen Mesopotamien, doch rezente Ergebnisse der Ausgrabungen im nordmesopotamischen Tell Brak geben Anlass zur Vermutung, dass hier unter Umständen unabhängig von den Entwicklungen im Süden gleichzeitig ebenfalls ein Prozess der Urbanisierung stattgefunden hat. Im Seminar sollen zunächst die unterschiedlichen naturräumlichen Voraussetzungen und die archäologischen Befunde an beiden Orten vorgestellt werden. Im zweiten Teil werden wir auf dieser Grundlage Modelle von „Stadt“ und Theorien zur Stadtentstehung diskutieren. Dazu ist intensive Lektüre erforderlich.

Tempel und Kultgebäude der Frühzeit (Neolithikum bis Urukzeit)

Adelheid Otto
2-stg., Do. 10–12; Schellingstr. 12, K 427
BA: P 5.2, WP 5.2

Das Seminar befasst sich mit Sondergebäuden, die überwiegend für kultische oder administrative Zwecke genutzt wurden und häufig als Tempel bezeichnet werden. Die Zeitspanne reicht vom PPNA (10. Jahrtausend) bis zur Uruk-Gawra-Periode (4. Jahrtausend). Untersuchte Beispiele stammen aus Irak, Iran, Syrien, Türkei, Israel/Palästina. Die Architektur, Ausstattung und Nutzung der Gebäude wird untersucht. Es wird kritisch hinterfragt, wieso manche Gebäude als Tempel bezeichnet werden und was damit impliziert ist.

Siegel der Frühzeit (Chalkolithikum/Uruk-Periode)

Adelheid Otto
2-stg., Do. 16–18; Schellingstr. 12, K 427
BA: P 5.2, WP 5.2

Die Siegel des 4. Jahrtausends ermöglichen tiefe Einblicke in damalige Vorstellungen von Herrschaft, übernatürliche Mächte, Alltagstätigkeiten sowie Fauna und Flora. Siegelungen geben Auskunft über Verwaltungsstrukturen und Zuständigkeiten in den Apparaten der frühesten urbanen Verwaltungen. Das Seminar behandelt detailliert die frühesten Rollsiegel Vorderasiens und gleichzeitige Stempelsiegel. Themen sind die Ikonographie, das äußere Erscheinungsbild, Materialien und Siegelschneidetechniken der Siegel. Ferner werden die Arten gesiegelter Tonstücke (Tür- oder Warenverschlüsse, Tontafeln etc.) behandelt. Fundorte, die schwerpunktmäßig untersucht werden, sind Uruk und Tepe Gawra (Irak), Susa und Chogha Mish (Iran), Habuba Kabira und Tall Brak (Syrien) sowie Arslan Tepe/Malatya und Hacinebi (Türkei).

Clustersiedlungen und Megasites: Neolithische Großsiedlungen in Anatolien und der Südlevante

Simon Halama
2-stg., Di. 10–12; Schellingstr. 12, K 427
BA: P 5.2, WP 5.2

Im späten Neolithikum entstehen in Zentralanatolien sowie entlang des Jordangrabens größere Siedlungen von zehn und mehr Hektar Fläche. Wir wollen im Rahmen des Seminars gut dokumentierte Beispiele aus beiden Gegenden untersuchen, um aus den Grabungsbefunden Erkenntnisse zur Lebens- und Wirtschaftsweise sowie zu den möglichen sozialen Strukturen der dort lebenden Gemeinschaften zu gewinnen. Im Vordergrund steht die Frage, welche Innovationen und Entwicklungen gegenüber den vorangehenden dörflichen Gemeinschaften mit diesen Großsiedlungen zu verbinden sind.

Bestattungssitten im Alten Orient

Simone Mühl
2-stg., Do. 14–16; Schellingstr. 12, K 427
BA: P 5.2, WP 5.2

Das Seminar soll einen Überblick über regionale Bestattungssitten liefern, ohne auf eine bestimmte Epoche oder einen geographischen Raum in Vorderasien begrenzt zu sein.
Der Schwerpunkt wird auf die kritische Analyse publizierter Daten gelegt: Sind rekonstruierte Geschlechter- und Statusrollen haltbar? Lassen sich ethnische Modelle wirklich auf die Befunde übertragen? Sind die Beigaben wirklich Objekte aus der Lebenswelt der Menschen? Welche Einsichten können durch neuere, multi-disziplinäre Forschungskooperationen gewonnen werden (Genetik, Isotopenanalysen u.v.m.)?
Die Themen werden anhand von Referaten, der gemeinsamen Vorstellung in Diskussionsgruppen und auch durch die Lektüre ausgewählter Beiträge erarbeitet.

Teilnahmevoraussetzung: Keine. Das Seminar richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene.

Jordanien und die südliche Levante vom Neolithikum bis zur Eisenzeit

Michael Herles
2-stg., Do. 12–14; Schellingstr. 12, K 427
BA: P 5.2, WP 5.2

Die materiellen Hinterlassenschaften in Jordanien vom Neolithikum bis zur Eisenzeit stehen im Mittelpunkt der Übung. Daneben werden auch die angrenzenden Regionen der südlichen Levante (Israel/Palästina) näher beleuchtet. Neben den beginnenden Siedlungsaktivitäten seit dem frühen Neolithikum werden ebenso die bekannten Grab- und Bestattungssitten untersucht. Weiter wird der Frage nachgegangen, wie sich das Landschaftsbild durch den Eingriff des Menschen in die Natur nachhaltig verändert hat. Im Zuge der zu untersuchenden Epochen werden überregionale Gemeinsamkeiten hervorgehoben und kulturelle Grenzen definiert.
Ein weiterer Schwerpunkt der Übung wird auf die Eisenzeit gelegt. Von besonderem Interesse werden hier die durch die Schriften des Alten Testaments, aber auch die neuassyrischen Inschriften bekannten Gebiete von Midian, Edom, Moab und Ammon sein. In diesem Zusammenhang wird auch die assyrische und später dann babylonische Präsenz in der Region untersucht. Anhand ausgewählter Fallbeispiele werden Fundorte über das genannte Gebiet hinweg behandelt.

Babylonische Glyptik meets Digital Humanities

Elisa Roßberger, Anna Kurmangaliev
2-stg., Mo. 12–14; Schellingstr. 12, K 427
BA: WP 10.1-2

Die große Zahl der aus dem Irak des 2. Jt. v. Chr. überlieferten Rollsiegel und ihrer Abrollungen auf Keilschrifttafeln macht den Einsatz von Analyse- und Visua-lisierungsmethoden, wie sie unter dem Stichwort Digital Humanities angewandt werden, zweckmäßig. Die Übung baut auf im Instituts-Projekt DigANES geleisteten Vorarbeiten zur Digitalisierung und Verschlagwortung altorientalischer Roll- und Stempelsiegel auf. Ziel ist es, bild- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen auf Grundlage digitaler Bilddaten zu entwickeln, im Laufe des Semesters kleinere, eigenständige Forschungsprojekte zu bearbeiten und öffentlichkeitswirksam darzustellen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf dem altbabylonischen und kassitischen Bildrepertoire.

Grabungspropädeutikum

Martin Gruber
2-stg., BLOCKVERANSTALTUNG; Schellingstr. 12, K 427
Termine: Fr., 04.05., 10-18 Uhr; Fr., 11.05., 10-18 Uhr; Fr. 18.5., 10-18 Uhr
BA: WP 10.1-2

Die Übung wird praxisorientiert in Verfahren der archäologischen Vermessung und Befunddokumentation einführen. Sie dient der Vorbereitung von Feldforschungsaufenthalten im Bereich der Vorderasiatischen Archäologie. Einzuübende Methoden und Techniken umfassen die Einmessung mittels GPS und Tachymeter, die Anlage von Plan- und Profilzeichnungen sowie die Befunddokumentation mit dem SFM-Verfahren (Adobe Photoscan). Die Möglichkeiten der Informationsverwaltung über Datenbanken (Filemaker) werden vorgestellt.

Zeichenübung

Manfred Lerchl
2-stg., Mi. 12–14; Schellingstr. 12, K 427
BA: WP 10.1-2

Die Dokumentation von archäologischen Funden ist Thema dieser Veranstaltung. Im Kurs werden Keramik und Kleinfunde wie Terrakotten, Siegel, Kleinplastiken und Metallgeräte wissenschaftlich gezeichnet.
Sämtliche Materialien werden bereitgestellt.

Geophysikalische Prospektion in der Archäologie

Marion Scheiblecker
2-stg., BLOCKVERANSTALTUNG; Schelling 12, K 427
Termine: Fr.+Sa., 13.+14.04.; Fr.+Sa., 27.+28.04.
BA: WP 10.1-2

Einführung in die geophysikalische Prospektion als Methode für die Archäologie. Der Fokus des Kurses liegt auf der Magnetometerprospektion: Nach einer theoretischen Einführung folgt ein praktischer Tag auf dem Feld sowie die Interpretation der Messergebnisse und ihre Einbindung in ein Geoinformationssytem (QGIS). Weiterhin wird in das Leica Viva GNSS GS10 eingeführt, das mit dem Magnetometer verbunden werden kann und ein wichtiges Instrument in der archäologischen Prospektion darstellt. Neben weiteren geophysikalischen Methoden wird die Widerstandsprospektion näher vorgestellt und im Gelände getestet; dabei wird unterschieden zwischen flächiger Prospektion (Geoelektrik) und der Erstellung von Tiefenprofilen (Elektrische Widerstandstomographie).

Voraussichtliche Planung:

  • Fr., 13.04.2018, 10 – 17 Uhr Einführung in die geophysikalische Prospektion
  • Sa., 14.04.2018, 10 – 17 Uhr Einführung in das GPS und die Interpretation
  • Fr., 27.04.2018, 8 – 18 Uhr Außentermin: Einführung in die Messpraxis
  • Sa., 28.04.2018, 10 – 17 Uhr Praxisübung zur Interpretation

Mitzubringen für die Praxisübung: unmagnetische Kleidung (ohne Eisen/Stahlkappen), Getränke und Brotzeit.
Mitzubringen für die Interpretationsübung (Samstage): eigener Laptop -> Bitte rechtzeitig mitteilen, wenn kein eigener Laptop vorhanden ist!

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Lektürekurse und Seminare

Wahrsagekunst in Babylonien und Assyrien nach akkadischen Texten (Lektüre akkadischer Texte)

Walther Sallaberger
2-stg., Di. 16-18
BA: P 7.1-2, P 9.1-2 / MA: P 5.1, P 5.2

Zu den faszinierendsten kulturellen Praktiken in Mesopotamien zählt die Divination, die Erkundung von Vergangenheit, Gegenwart und vor allem Zukunft aufgrund göttlicher Hinweise, die in bestimmten Praktiken oder aufgrund besonderer Hinweise in der natürlichen Umwelt gesehen werden. Neben der wichtigen Extispizin, der Prüfung der Leber und anderer Eingeweide frisch geschlachteter Opferlämmer, wurden auch Missgeburten, Ereignisse in der Umwelt oder die Sterne beobachtet. Gerade in den letzten Jahren erschienen wichtige Arbeiten zur Wahrsagekunst und zu Omentexten, die für diese Gattung neue Perspektiven eröffnen. Zudem wollen wir uns auch mit der Opferschau als Handlung auseinandersetzen.

Altbabylonische Briefe aus Larsa und Umgebung

Jared Miller
2-stg., Di. 10-12
BA: P 7.1-2, P 9.1-2 / MA: P 5.1, P 5.2

Zwischen der Ur III Zeit und der Epoche des Reiches Ḫammurabis (ca. 2025-1763 v. Chr.) spielte neben Isin die Stadt Larsa (Tell as-Senkereh), etwa 25 km südöstlich von Uruk, eine zentrale Rolle in der Geschichte Südmesopotamiens. Aus den Ruinen Larsas sind gut 1030 altbabylonische Texte bekannt, davon knapp 200 Briefe, aus denen die Geschichte der Stadt bzw. deren Könige sich verhältnismäßig gut rekonstruieren lässt. Im Seminar wird eine Auswahl der Briefe gelesen und besprochen, wobei alle Teilnehmenden Umschrift, Übersetzung und Kommentar vorbereiten und vorstellen werden. Vor allem werden noch unveröffentlichte Dokumente entziffert und für die Geschichte und Gesellschaft der Stadt ausgewertet.

Die Hof- und Haremserlasse der mittelassyrischen Zeit (Lektüre akkadischer Texte)

Anne Löhnert
2-stg., Mi. 10–12
BA: P 7.1-2, P 9.1-2 / MA: P 5.1, P 5.2

Aus dem 14. bis 12. Jhd. v. Chr. sind insgesamt 23 Erlasse von neun aufeinanderfolgenden assyrischen Königen erhalten (Aššur-uballiṭ bis Tiglat-pilesar I., 1363–1076 v. Chr.), die das Leben am assyrischen Königshof und hier vor allem das Leben der Palastfrauen regeln. Im Kurs werden die einzelnen Erlasse gelesen und diskutiert und in einen größeren historischen Zusammenhang gesetzt, wobei hierfür der Blick auf einen Palasterlass aus Nuzi sowie die mittelassyrischen Gesetze gelegt wird.

Selbstpreis in der sumerischen Literatur

Walther Sallaberger
2-stg., Do. 16–18
MA: P 6.1

In sumerischen literarischen Texten rühmen Götter, Könige, Schreiber oder Diskutanten ihre Eigenschaften und ihre Taten. Das mag zwar dem Ideal der Bescheidenheit und Zurückhaltung der Weisheitstexte widersprechen, doch zugleich bieten Selbstpreis-Texte und -Passagen eine hervorragende Perspektive auf kulturelle Werte und soziales Ansehen. Deshalb wollen wir uns in diesem Seminar auf einen literarisch-kulturhistorischen Streifzug durch mehrere Genres begeben, um Inhalte und Phraseologie der gepriesenen Werte zu begreifen. Außer der detaillierten Lektüre ausgewählter Textpassagen aus Königs- und Götterhymnen sowie Streitgesprächen geht es auch um die vergleichende Analyse der jeweiligen Themen in der sumerischen Literatur.
Die Textliste wird spätestens zu Anfang des Semesters bekanntgegeben.

Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss Sumerisch II.

Hethitische Annalen

Jared Miller
2-stg., Mi. 14–16
MA: P 6.1

Beim Thema Annalen im Alten Orient denkt man in erster Linie an die berühmten Annalen der Könige des neuassyrischen Reiches. Dabei übersieht man oft, dass die frühesten annalistischen Texten des Alten Orients die der hethitischen Könige sind. Von Ḫattusili I. um ca. 1600 bis in das 13. Jh. v. Chr. hinein fassten die Hethiterkönige ihre militärischen Maßnahmen in z.T. geschickten literarischen Werken zusammen. Ziel dieser Übung wird es sein, einen Überblick über die hethitische annalistische Überlieferung zu schaffen sowie ausgewählte Abschnitte aus verschiedenen Kompositionen zu lesen und philologisch und inhaltlich zu besprechen. Teilnehmer werden Umschrift, Übersetzung und Kommentar vorbereiten und vorstellen.

Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss Hethitisch II.

Einführung in das Urartäische

Birgit Christiansen
2-stg., Mo. 10-12; HGB E 212
BA: P 4.2, WP 4.2, WP 9.2 / MA: P 6.2, P 7.1, P 7.2

In der 1. Hälfte des 1. Jts. war das Königreich Urartu ein mächtiger Gegenspieler des neuassyrischen Staates. Neben archäologischen Quellen und assyrischen Keilschrifttexten gewähren über die Geschichte und Kultur dieses Staates insbesondere die aus Urartu überlieferten Schriftzeugnisse Aufschluss. Der Großteil der Texte ist in urartäischer Sprache verfasst. Es sind aber auch einige Texte in assyrischer Sprache sowie urartäisch-assyrische Bilinguen überliefert, die erheblich zur Erschließung der Sprache beigetragen haben.
Bei den meisten Texten handelt es sich um Inschriften auf Fels und behauenen Steinobjekten, daneben sind auch Inschriften auf wertvollen Metallobjekten und einige Texte auf Tontafeln bezeugt. Die Texte sind überwiegend in Keilschrift verfasst, deren Form weitgehend der neuassyrischen entspricht. Daneben sind aber auch einige Objekte überliefert, die mit Hieroglyphenschrift versehen sind.
Das Urartäische ist mit dem Hurritischen verwandt, das uns hauptsächlich durch Keilschrifttexte auf Tontafeln aus dem 2. Jt. v. Chr. überliefert ist. Obwohl beide Sprachen im Vergleich zu anderen altorientalischen Sprachen schlechter erschlossen sind, hat die Forschung in den letzten Jahrzehnten bedeutende Fortschritte gemacht. So sind die bis dato bekannten Texte nach der Jahrtausendwende in zwei neuen Textcorpora veröffentlicht worden. Eines davon wurde von Nikolaj Arutjunjan 2001 in russischer Sprache publiziert, ein anderes wurde von Mirjo Salvini in italienischer Sprache verfasst, von dem zwischen 2008 und 2012 vier Bände erschienen sind.
Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Grammatikabrisse sowie ein Lehrbuch der urartäischen Sprache publiziert, die den Zugang zur Sprache erheblich erleichtern und einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand bieten.
Die Lehrveranstaltung bietet eine Einführung in die urartäische Textüberlieferung sowie den Wortschatz und die Grammatik der urartäischen Sprache. Die Vermittlung der Grundlagen der Sprache erfolgt dabei anhand ausgewählter Textbeispiele.

Literatur (in Auswahl):

1. Textcorpora

  • Arutjunjan, Nikolaj V., Korpus urartskich klinoobraznych nadpisej, Erevan 2001.
  • Salvini, Mirjo, Corpus dei testi urartei (Documenta Asiana 3), Rom 2008–2012.

2. Grammatikabrisse und Einführungen in die Sprache:

  • Hazenbos, Joost, Hurritisch und Urartäisch, in: Michael Streck (Hrsg.), Sprachen des Alten Orients, Darmstadt 2005, 135–158.
  • Salvini, Mirjo – Ilse Wegner, Einführung in die urartäische Sprache, Wiesbaden 2014.
  • Wilhelm, Gernot, Urartian, in: Roger D. Woodard (Hrsg.), The Ancient Languages of Asia Minor, Cambridge 2008, 105–123.

Leistungsnachweis: Klausur

Elamisch II: Mittelelamische Inschriften

Wouter Henkelman
2-stg., BLOCKVERANSTALTUNG
Termine und Räume:
Mo-Mi, 07.05.-09.05., 14-18 Uhr; Edmund-Rumpler-Strasse 9 - A 185
Do, 07.06., 14-18 Uhr; HGB E 006
Fr., 08.06., 10-14 Uhr; Amalienstr. 73A, 020
Mo., 11.06., 10-14 Uhr; Edmund-Rumpler-Strasse 9 - A 185
BA: P 4.2, WP 4.2, WP 9.2 / MA: P 6.2, P 7.1, P 7.2

Der Sprach- und Text-Kurs bietet eine Fortsetzung der im Januar 2016 angeboten Einführung in das Elamische. Auch dieses Mal werden sowohl sprachliche als historische Aspekte vorgestellt, aber unter besonderer Berücksichtigung der mittelelamischen Inschriften von Untash-Napirisha, Shutruk-Nahhunte, Shilhak-Inshushinak und Huteludush-Inshushinak. Unterschiede zur 2016 besprochenen achämenidisch-elamischer Sprache werden ebenso betont wie generelle Aspekte der Sprachentwicklung.
Die Studierenden werden mit einigen mittelelamischen Königsinschriften bekannt gemacht, darunter Texten aus Chogha Zanbil, Susa, Busher/Liyan und Tall-e Malyan/Anshan.
Diese Texte sollen, wo nötig, mit Hilfe von Sekundärliteratur gelesen und anschließend besprochen werden.

Teilnahmevoraussetzung: Der Kurs ist zwar gedacht als Fortsetzung von Elamisch I, weshalb einige Sprachkenntnisse des Elamischen vorausgesetzt werden. Studierende, die nicht an Elamisch I teilgenommen haben, sind aber trotzdem bei diesem Kurs willkommen. Bitte wenden Sie sich dazu an W. Henkelman.

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Master- und Doktorandenseminar

Keilschriftwerkstatt. Philologisches Oberseminar

Enrique Jiménez, Walther Sallaberger
2-stg., Mo. 14-17:15 Uhr

Das Seminar bietet allen, die mit einer wissenschaftlichen Arbeit zu sumerischen oder akkadischen Quellen beschäftigt sind, die Möglichkeit, Texte aus ihrer Arbeit in einem größeren Kreis vorzustellen und zu besprechen. Im offenen wissenschaftlichen Gespräch soll hier insbesondere auch die philologische Interpretation von wichtigen Texten behandelt werden, die die Grundlage jeder wissenschaftlichen Diskussion bildet.
Abgesehen davon werden interessante Texte vorgestellt, die die Dozenten zur Publikation vorbereiten. In diesem Semester sind dies die jüngeren literarischen Texte aus Jena.
Die gemeinsame Lektüre soll umgekehrt allen Beteiligten auch helfen, unterschiedliche Quellen kennenzulernen und so das eigene Spektrum zu erweitern.

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