Assyriologie und Hethitologie
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KVV Sommersemester 2026

Vorlesungsverzeichnis, SoSe 2026

Institut für Assyriologie und Hethitologie
Schellingstraße 5, 3. Stock

Postanschrift: Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539
Telefon: 089/2180 3287
E-Mail: Inst.Assyr@lrz.uni-muenchen.de
Homepage: http://www.assyriologie.lmu.de

Studienberatung und Studiengangskoordination:

Dr. Fiammetta Gori
Institut für Assyriologie und Hethitologie, Raum 310, Mo. und Do. 15–17 Uhr
Tel. 089/2180 5676, E-Mail: Fiammetta.Gori@lmu.de

Dr. des. Felix Rauchhaus
Institut für Assyriologie und Hethitologie, Raum 310, Di. 15–16 Uhr
Tel. 089/2180 5676, E-Mail: Felix.Rauchhaus@assyr.fak12.uni-muenchen.de

Prof. Dr. Walther Sallaberger
Institut für Assyriologie und Hethitologie, Raum 309, auf persönliche Anfrage
Tel. 089/2180 3553, E-Mail: WaSa@lmu.de

Hinweise:

  1. Für das Institut für Assyriologie gilt: Ausstehende Scheine für das Sommersemester 2026 können ausnahmslos nur bis 15. September 2026 beantragt werden (Abgabe von Prüfungsarbeiten).
  2. Alle Studierenden können sich Veranstaltungen des Studienganges „Alte Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens“ auf Schein anrechnen lassen, sofern die jeweiligen Veranstaltungen zum BA „Alter Orient“ und zum Master „Altorientalistik“ passen.
  3. Masterstudierende können sich zusätzlich Veranstaltungen aus den Studiengängen „Vorderasiatische Archäologie“ und „Gemeinsamer Geistes- und Sozialwissenschaftlicher Profilbereich“ auf Schein anrechnen lassen, sofern die jeweiligen Veranstaltungen inhaltlich zum Master „Altorientalistik“ passen.
  4. Darüber hinaus können weitere geeignete Lehrveranstaltungen aus dem Lehrangebot der LMU belegt werden.
  5. Angebote finden sich hier:
  • Studiengang „Vorderasiatische Archäologie“ in LSF:
    Fakultät für Kulturwissenschaften → Master Vorderasiatische Archäologie
  • Studiengang „Alte Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens“ der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften in LSF unter:
    Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften → Historisches Seminar → I Bachelorstudiengänge Geschichte
  • Studiengang „Gemeinsamer Geistes- und Sozialwissenschaftlicher Profilbereich“ der Fakultät für Kulturwissenschaften in LSF:<
    Fakultät für Kulturwissenschaften → Profilbereich (Master)
  • oder
  • Vorlesungsverzeichnis → Fakultätsübergreifende Veranstaltungen → Gemeinsamer Geistes- und Sozialwissenschaftlicher Profilbereich

Vor Teilnahme an den Lehrveranstaltungen aus diesen und anderen Studiengängen ist stets eine Rücksprache mit den Studiengangskoordinatoren erforderlich!
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Vorlesungen, Kolloquium

Schrifttum des Alten Orients: Anatolien, Syrien und die Levante

Jared Miller
2-stg., Mo. 12–14, Hauptgebäude, M 010
BA Alter Orient: P 4.1, WP 4.1, WP 9.1
MA Altorientalistik: WP 8.1
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die sehr vielfältigen Schriftzeugnisse Anatoliens, Syriens und der Levante in allen ihren Aspekten von der Schrifteinführung Mitte des 3. Jts. v. Chr. in Syrien bis zur Ablösung der Keilschriftkultur durch die aramäische Alphabetschrift. Thematisiert werden u. a. räumliche und zeitliche Verbreitung der Textquellen, die unterschiedlichen literarischen und nicht-literarischen Gattungen, die verwendeten Sprachen, Schriften und Schriftträger, die Schreiberkultur sowie Form und Funktion der verschiedenen Textzeugnisse.


Vorlesung: Vorderasiatische Archäologie I: Die Vorgeschichte Vorderasiens (10.-4. Jahrtausend)

Adelheid Otto
2-stg., Mo. 16–18, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.1, WP 5.1
MA Altorientalistik: WP 8.1
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Vorgeschichte Südwest-Asiens vom Paläolithikum bis zur Uruk-Zeit. Der Raum soll als Schlüsselregion in der Ausbreitung des modernen Menschen und als Kernbereich der Entwicklung komplexer Gesellschaften erfahren werden. Schwerpunkte bilden dabei der ‚fruchtbare Halbmond' und die hier stattfindenden Neolithisierungsprozesse.

Vorlesung: Archäologie Mittelasiens

Kai Kaniuth
2-stg., Mo. 14–15, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.1, WP 5.1
MA Altorientalistik: WP 8.1
Mittelasien - das Territorium der modernen Staaten Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan - ist in der populären Imagination eine klassische Brücken- oder Durchgangsregion. Dieses Bild ist wesentlich durch nomadische Einfälle und das Konzept der Seidenstraße als eines zwischen Ost und West vermittelnden Netzwerks geprägt. Die Vorlesung hinterfragt die Rahmung der Region als transitorisch und flüchtig in einer Langzeitperspektive. Sie bietet einen konzisen Überblick über die archäologischen Hinterlassenschaften des südlichen Mittelasien bis zum Beginn des Hellenismus. Im Mittelpunkt stehen dabei Siedlungsarchäologie und Subsistenzweise zwischen Spätneolithikum und Früheisenzeit, sowie die Dynamik der Beziehungen mit den benachbarten geografischen Makro-Zonen Vorderasiens und Eurasiens.

Kolloquium zum Alten Orient

Fiammetta Gori, Jared Miller, Adelheid Otto
2-stg., Di. 18–20, Hauptgebäude, E 216
MA Altorientalistik: P 1.2, P 5.1, P 5.2
Das Kolloquium wird gemeinsam von den Instituten für Assyriologie und Hethitologie und für Vorderasiatische Archäologie wöchentlich veranstaltet. Dabei werden aktuelle Forschungsarbeiten vorgestellt und diskutiert. Der Kreis der Vortragenden wird bewusst offengehalten und soll die Lehrenden der Institute mit ihren aktuellen Forschungsarbeiten, Studierende mit ihren Qualifikationsarbeiten, Mitarbeitende in Projekten, und andere umfassen. Zusätzlich wird zu Gastvorträgen eingeladen.

Aktuelle Ankündigungen werden an den Instituten ausgehängt und verteilt.

Sprachkurse

Akkadisch II

Fiammetta Gori, Felix Rauchhaus
2-stg., Mi. 12–14, Oettingerstr. 67, 033
BA Alter Orient: P 1.2
Nachdem die Studierenden in „Akkadisch I“ grundlegende Kenntnisse der Grammatik und des Vokabulars des Altbabylonischen erworben haben, beginnen sie nun in diesem Semester mit der Lektüre und Analyse altbabylonischer Texte. Wir üben die Lektüre und Umschrift von Texten in Keilschrift, analysieren diese grammatikalisch und lexikalisch und tauschen uns über die Bedeutung der Texte in ihrer Welt sowie für die historische Forschung aus. In diesem Rahmen werden auch Zeichenlisten, Wörterbücher, Grammatiken und Fachliteratur einbezogen.
Gelesen werden Ausschnitte aus dem Kodex Ḫammurapi, aus Königsinschriften und Briefen. Damit wird zugleich eine Einführung in zentrale Aspekte der Geschichte und Kultur der altbabylonischen Zeit geboten.
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Akkadisch I.

Gudea von Lagaš und seine Welt (Sumerisch-Lektürekurs mit Lektüre sumerischer Texte; Sumerisch II)

Walther Sallaberger
2-stg., Di. 12–14, Schellingstr. 5, 204
BA Alter Orient: WP 1.2
MA Altorientalistik: P 4.1, P 7.1, WP 2.1, WP 3.1, WP 4.2, WP 6.1-2, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Aus gutem Grund bilden die Statuen- und Zylinderinschriften Gudeas von Lagaš (um 2140-2110 v. Chr.) einen Fokus des Studiums des Sumerischen. Denn in präziser Sprache werden die Handlungen des Herrschers als Bauherr und Weihender beschrieben, Stil und Metaphorik verbinden diese Texte mit den nachfolgenden Traditionen sumerischer Literatur, während die Inhalte fest im frühbronzezeitlichen Stadtstaat wurzeln.
Nach einigen ausgewählten Statuen-Inschriften werden wir uns die Zylinderinschriften anhand von auszugsweiser Lektüre und umfassenden Studien erarbeiten, um sowohl den großen Aufbau wie die Bildersprache im Detail kennenzulernen. Zum Abschluss des Semesters werden wir auszugsweise Urkunden vom Palast Gudeas behandeln. Die materielle Vielfalt an Gütern spiegelt weitreichende diplomatische Kontakte und eine exquisite Hofkultur, von der sonst kaum etwas überliefert ist. Vor diesem alltagsweltlichen Hintergrund sind aber die literarisch stilisierten Weihungen zu verstehen.
Mit diesem Seminar wird das mehrsemestrige institutsweite Sammeln von Keilschriftzeichen für die eBL-Plattform abgeschlossen. Der Reiz besteht darin, eine chronologisch und topografisch klar definierte Gruppe als einen Anker in der schwierigen Paläografie von klassisch sargonischer bis Ur-III-Zeit festzulegen.
Sumerisch-II-Studierende werden den Kurs mit einer Klausur zu einem bearbeiteten Text, fortgeschrittene Studierende hingegen mit einer Textbearbeitung nach eigener Wahl abschließen.
Teilnahmevoraussetzung (Sumerisch II): Erfolgreicher Abschluss von Sumerisch I.

Hethitisch II

Jared Miller
2-stg., Do. 12–14, Oettingerstr. 67, 065
BA Alter Orient: WP 6.2
MA Altorientalistik: WP 5.2
Das Hethitische ist die älteste verschriftete indoeuropäische Sprache und zugleich eine der drei Großkorpussprachen des Alten Orients, die in keilschriftlicher Überlieferung vorliegen. Nachdem im vorausgegangenen Semester durch die Lektüre einfacher Textabschnitte die Grundzüge der hethitischen Grammatik sowie ein Einstieg in die hethitische Variante der Keilschrift vermittelt wurden, werden in dieser Übung anhand der Lektüre von weiteren ausgewählten Texten verschiedener Gattungen die bereits erworbenen Grammatikkenntnisse ergänzt und vertieft.
Der Kurs dient zusätzlich zur Erweiterung des erworbenen Wortschatzes und der Keilschriftzeichenkenntnis sowie zur Einführung in die diachrone Entwicklung der Sprache und der Schrift.
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Hethitisch I.

Übungen und Seminare

Das Gilgamesch-Epos: Inhalte und Kontexte einer einflussreichen Erzählung in religionshistorischer Perspektive

Daria Pezzoli-Olgiati, Walther Sallaberger
2-stg., Mi. 12–14, Amalienstr 73A, 118
BA Alter Orient: P 4.2, WP 4.2, WP 9.2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Dieses interdisziplinäre Seminar entsteht aus dem Dialog zwischen Assyriologie und Religionswissenschaft. Anhand einer Lektüre des Gilgamesch-Epos werden Motive der Religionsgeschichte hervorgehoben und religionswissenschaftliche Zugänge zu Grundfragen des Menschen vertieft. Das Seminar richtet sich an Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen, die sich mit einem wesentlichen Werk der Weltliteratur beschäftigen und es vor dem Hintergrund grundlegender Konzepte der Religionsgeschichte und der Religionswissenschaft vertiefen möchten. Als Vorbereitung von assyriologischer Seite wird empfohlen, sich mit dem Text des Epos (deutsche Übersetzung von Stefan M. Maul bei C.H. Beck; eBL-Edition) und der Einführung von Sallaberger (bei C.H. Beck) auseinanderzusetzen, um sich besser den religionswissenschaftlichen Anregungen zuwenden zu können.
Teilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse im wissenschaftlichen Arbeiten

Proseminar: Die Archäologie der Ubaid-Kultur

Moritz Kellerer
2-stg., Mo. 10–12, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.2, WP 5.2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Als Ubaid-Kultur (ca. 6500–4000 v. Chr.) wird die früheste sesshafte Bevölkerung Südmesopotamiens bezeichnet. Obwohl die Neolithisierung in diesem Gebiet wesentlich später stattfand als in anderen Regionen Vorderasiens, wurde die Ubaid-Kultur zur Keimzelle einer urbanen, arbeitsteiligen Gesellschaft mit komplexer sozialer Hierarchisierung, aus der die späteren großen Kulturen Mesopotamiens hervorgehen sollten. Im Laufe des Seminars werden wichtige ubaidzeitliche Städte wie Eridu, Ur, Tell al-Uqair und Tell Abada behandelt. Anhand dieser archäologischen Befunde sollen kulturelle, soziale und wirtschaftliche Merkmale der Ubaid-Kultur erschlossen werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Siedlungsmustern, Architektur und materieller Kultur.

Proseminar: Neolithikum des West-Iran

TBD
2-stg., Di. 10–12, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.2, WP 5.2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Das Proseminar bietet eine Einführung in das Neolithikum des West-Iran vom Urmia-See im Norden, über die Regionen des Zentralen Zagros bis in die Susiana und Fars im Süden. Im Mittelpunkt stehen die regional unterschiedlichen Entwicklungen von Sesshaftigkeit, Subsistenzstrategien (Ackerbau und Viehhaltung) sowie Architektur und materieller Kultur. Anhand ausgewählter Fundplätze werden grundlegende Chronologien und Interpretationsmodelle sowie aktuelle Forschungsansätze und -projekte (z. B. das „Central Zagros Archaeological Project") vorgestellt und diskutiert.

Proseminar: Die Urukzeit

Adelheid Otto
2-stg., Mi. 10–12, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.2, WP 5.2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Die Urukzeit (ca. 4000-3000 v. Chr.) ist in vieler Hinsicht wegweisend für die Entstehung komplexer Gesellschaften in Vorderasien. Die ersten Städte mit arbeitsteiliger Gesellschaft, Schrift und geplant angelegten Wohnvierteln entstehen. Die gute archäologische Quellenlage auf vielen Gebieten (Architektur, Keramik, Kunst, Notationen) erlaubt es, das sogenannte "Uruk World System" und seine Mechanismen zu studieren und theoretische Modelle zu hinterfragen. Altbekannte Quellen ebenso wie ganz frische Ergebnisse aus dem Survey der LMU München im Südirak werden in diesem Seminar einander gegenübergestellt.

Hauptseminar: Isin – Metropole des Zweistromlands

Kai Kaniuth
2-stg., Do. 10–12, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.2, WP 5.2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Die mesopotamische Stadt Isin war Gegenstand des bislang umfangreichsten Feldforschungsprojekts des Münchner Instituts für Vorderasiatische Archäologie. Unter der Leitung von Barthel Hrouda wurde zwischen 1973 und 1989 ein Teil der Ruine in Form klassischer Flächengrabungen erforscht. Eine abschließende monografische Aufarbeitung der Befunde wurde nie vorgelegt. Neue Arbeiten seit dem Jahr 2023 nutzen dagegen verstärkt oberflächige Survey- und Prospektionstechniken. Im Hauptseminar soll eine Brücke zwischen Altgrabungsdokumentation, Fernerkundungstechniken und Keilschriftquellen geschlagen werden, um Perspektiven zur Erforschung mehrphasiger mesopotamischer Metropolen zu entwickeln. Den Teilnehmenden stehen dafür die physische und digitalisierte Dokumentation des Münchner Archivs sowie die Vorergebnisse der Kampagnen 2023-2026 zur Verfügung.

Exkursionsübung: Die Archäologie Jordaniens. Mit Exkursion nach Jordanien

Kai Kaniuth, Adelheid Otto
2-stg., Di. 14–16, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: WP 10.1–2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Jordanien ist eines der Länder Westasiens, das wichtige Fundplätze und Monumente vom Neolithikum bis in die islamische Periode enthält, dessen Archäologie aber besonders der Bronzezeit weit weniger präsent im Studium ist als die der Nachbarregionen. Durch seine Lage zwischen Ägypten, Mesopotamien und der Levante war es ein Schmelztiegel verschiedenster Einflüsse mit lokalen Antworten aufgrund seiner einzigartigen Geomorphologie, die vom tiefsten Punkt der Erde über Wüsten und tropische Täler bis zu zerklüfteten Gebirgsregionen reicht.
Zur Vorbereitung der Exkursion werden die zu besuchenden Fundorte von den Studierenden erarbeitet. Die Teilnahme an der Exkursion, die im September stattfinden wird, ist auf 12 Hauptfachstudierende beschränkt.

Übung: Materielle Kultur

Adelheid Otto
2-stg., Mi. 14–16, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.2, WP 5.2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Die Vergangenheit Vorderasiens wird zum Großteil anhand der materiellen Kultur, insbesondere den unspektakulären Artefakten, die auf Ausgrabungen zutage kommen, rekonstruiert. Stein- und Metallgeräte, Keramikgefäße, hand- oder modelgeformte Figurinen aus Ton, gesiegelte Verschlüsse von Gefäßen und Türen gewinnen enormen Stellenwert, wenn sie in ihrem Kontext betrachtet werden.
In dieser Übung, die die Grundkenntnisse archäologischer Feldarbeit vermittelt, sollen die Studierenden an einzelnen Stücken aus unserer Institutssammlung das Beschreiben, Zeichnen, Vermessen, Analysieren und Interpretieren von Artefakten einüben. Darüber hinaus besteht die Gelegenheit, frische Funde aus unseren Ausgrabungen und Surveys im Irak erstmals wissenschaftlich zu bearbeiten und einzuordnen.

Übung: Die ersten Monumente der Menschheit – Soziale Strukturen und materielle Kultur im Neolithikum. Mit Exkursion nach Berlin

TBD
2-stg., Do. 14–16, Schellingstr. 12, K427
BA Alter Orient: P 5.2, WP 5.2
MA Altorientalistik: P 4.2, P 7.2, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
In der Übung „Die ersten Monumente der Menschheit" setzen wir uns mit den Objekten der Ausstellung „Gebaute Gemeinschaft: Göbeklitepe, Tas Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren" auseinander und gehen gemeinsam der Frage nach, welche sozialen, religiösen und kulturellen Faktoren zur Entstehung der frühen monumentalen T-Pfeiler-Architektur beigetragen haben könnten. Darüber hinaus widmen wir uns der neolithischen Architektur sowie dem frühen Kunsthandwerk Anatoliens.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Vorderasiatischen Museums Berlin, der Universität Istanbul und des Archäologischen Museums Sanliurfa. Sie präsentiert zahlreiche Objekte, die größtenteils erstmals außerhalb der Türkei zu sehen sind. Die Übung dient zugleich der inhaltlichen Vorbereitung einer Exkursion zur Ausstellung nach Berlin.

Übungen mit akkadischer, sumerischer und hethitischer Lektüre

 

Ältere akkadische Dialekte (mit Lektüre akkadischer Texte)

Walther Sallaberger
2-stg., Mo. 14-16, Schellingstr. 5, 307
BA Alter Orient: P 7.1–2, P 9.1–2
MA Altorientalistik: P 3.1, P 3.2, P 4.1, P 7.1, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
In der Sprachgeschichte des Akkadischen im späten dritten und frühen zweiten Jahrtausend zeigt sich bei näherem Hinsehen eine beeindruckende Vielfalt: Neben den traditionell wichtigen Dialekten, dem Altakkadischen der Dynastie Sargons und ihrer Kanzleien (1), dem Altassyrischen der Kültepe-Texte (2) und dem Altbabylonischen Ḫammurāpis (3, keine eigene Sitzung), finden sich weitere Formen des Akkadischen: in frühdynastischer Zeit die ersten akkadischen Namen und Wörter (4), die Sprache von Ebla (5), die Zeugnisse aus Tell Beydar und Mari (6), das Akkadische der Ur-III-Zeit (7), die šakkanakkū-Texte aus Mari und Terqa (8) oder das Frühaltbabylonische Ešnunnas (9). Für diese neun Sprachstufen werden anhand von Beispieltexten Merkmale wie Orthografie und Syllabar, die historische Phonologie, Morphologie und Lexikon besprochen. Gleichzeitig ist auf das jeweilige Textcorpus und die Forschungslage einzugehen. Als Abschluss-Arbeit wird eine sprachhistorisch informierte philologisch fundierte Textbearbeitung erwartet.
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Akkadisch I und II.

Bibliografie:

  • J.-P. Vita (ed.), History of the Akkadian language. HdOr. 2021 als Ausgangspunkt

Die Gesetze Ḫammurāpis: Inhalt und Überlieferung (mit Lektüre akkadischer Texte)

Zsombor J. Földi
2-stg., Mi. 16-18, Schellingstr. 5, 307
BA Alter Orient: P 7.1–2, P 9.1–2
MA Altorientalistik: P 3.1, P 3.2, P 4.1, P 7.1, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Die Gesetze Ḫammurāpis zeichnen sich durch grammatikalische Klarheit, einen begrenzten Wortschatz sowie archaisierende Zeichenformen der Monumentalinschrift aus und eignen sich daher in besonderer Weise für den Unterricht des Akkadischen. Viele Studierende begegnen ihnen bereits zu Beginn ihres Studiums im Sprachunterricht, wo sie in der Regel vor allem aus sprachlicher, jedoch weniger aus inhaltlicher Perspektive behandelt werden.
Ziel des Kurses ist es, die Studierenden mit dem Inhalt und Aufbau der Gesetzessammlung, ihrer Überlieferung sowie der einschlägigen Forschungsliteratur vertraut zu machen. Dabei werden die Gesetze nicht nur als rechtliche Fiktion analysiert, sondern auch in ihrem Verhältnis zur alltäglichen Rechtspraxis untersucht.
Teilnahmevoraussetzung: Der Kurs richtet sich an fortgeschrittene BA- und MA-Studierende. Gute Kenntnisse des Akkadischen und des Keilschriftlesens sind erforderlich.

Astronomische Tagebücher (mit Lektüre akkadischer Texte)

Enrique Jiménez
2-stg., Di. 10-12, Schellingstr. 5, 307
BA Alter Orient: P 7.1–2, P 9.1–2
MA Altorientalistik: P 3.1, P 3.2, P 4.1, P 7.1, WP 2.1, WP 3.1, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Die astronomischen Tagebücher (astronomical diaries) sind eine der wichtigsten Quellen für die babylonische Astronomie und Wissenschaftsgeschichte. Diese in spätbabylonischem Akkadisch verfassten Texte dokumentieren systematische Himmelsbeobachtungen sowie historische, politische und wirtschaftliche Ereignisse über mehrere Jahrhunderte hinweg. Im Kurs werden ausgewählte Tagebücher in Keilschrift und in Transliteration gelesen. Die Teilnehmenden machen sich mit der charakteristischen Terminologie dieser Textgattung vertraut und lernen, astronomische Beobachtungen und historische Notizen zu interpretieren.
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Akkadisch I–II. Gute Kenntnisse im Akkadischen sind erforderlich.

Gärten und Marschen in Sumer (mit Lektüre sumerischer Texte)

Fiammetta Gori, Walther Sallaberger
2-stg., Mi. 14–16, Schellingstr. 5, 307
MA Altorientalistik: P 4.1, P 7.1, WP 2.1, WP 3.1, WP 6.1-2, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Dieses Seminar verbindet Realienkunde mit der Lektüre sumerischer Texte; es ist gleichzeitig die dritte thematische Veranstaltung in der Reihe „Materielle Kultur des Frühen Mesopotamien (3000–1600 v. Chr.)“, mit der nach Ackerbau und Viehzucht der primäre Wirtschaftssektor abgeschlossen wird. Sumer, das südliche Mesopotamien im dritten Jahrtausend, ist auch durch eine ausgeprägte Gartenwirtschaft geprägt. Im Zentrum stand die Dattelpalme (Phoenix dactylifera), die zuckerreiche Früchte ebenso wie Rohstoffe für den Alltag bot. In ihrem Schatten konnten kleinere Obstbäume ebenso wie Gartenpflanzen gedeihen. Es ist vor allem das reiche sumerische Schrifttum, das diese Welt wiederentstehen lässt. In einem gemeinsam vorbereiteten Durchgang durch die Quellen behandeln Gori und Sallaberger Ur-III-Urkunden zum Gartenbau und zur Dattelwirtschaft ebenso wie zu den besonderen Gärten exotischer Pflanzen und einen einschlägigen Abschnitt der altbabylonischen thematischen Liste (genannt „OB Ura“ I 65–104). In der Dichtung bildet ohne Zweifel der faszinierende Mythos von “Inana und Šukaletuda” die intensivste Auseinandersetzung mit dem Gartenbau. In die umgebende Welt der Marschen und ihren Tierreichtum führt “Nanše und die Vögel”, ohne dass wir im Laufe des Semesters Fisch- und Vogelfang vertiefen könnten. Die Studierenden können das Seminar mit einer einschlägigen, thematisch informierten philologischen Textedition abschließen.
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Sumerisch I-II

Die Annalen Mursilis II

Jared Miller
2-stg., Di. 14–16, Schellingstr. 5, 307
MA Altorientalistik: P 4.1, P 7.1, WP 2.1, WP 3.1, WP 7.1-2, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Beim Thema Annalen im Alten Orient denkt man in erster Linie an die berühmten Annalen der Könige des neuassyrischen Reiches. Dabei übersieht man oft, dass die frühesten annalistischen Texte des Alten Orients diejenigen der hethitischen Könige sind. Von Ḫattusili I. um ca. 1600 bis in das 13. Jh. hinein fassten die hethitischen Könige ihre militärischen Maßnahmen in z. T. geschickten literarischen Werken zusammen. Ziel dieser Übung wird es sein, einen Überblick über die hethitische annalistische Überlieferung zu bieten sowie v. a. die mindestens 28 Jahre und 13 Tafeln umspannenden Annalen von Mursili II. (ca. 1330-1295 v. Chr.) abschnittsweise zu lesen und philologisch sowie inhaltlich zu besprechen. Teilnehmer werden Umschrift, Übersetzung und Kommentar vorbereiten und vorstellen.
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Hethitisch I–II.

Literatur:

  • Goetze, A. 1933. Die Annalen des Muršiliš (MVAeG 38), Leipzig.

Hethitische Evokationsrituale

Jared Miller
2-stg., Mi. 10–12, Schellingstr. 5, 307
MA Altorientalistik: P 4.1, P 7.1, WP 2.1, WP 3.1, WP 7.1-2, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Die größte Angst der Hethiter war, dass ihre Götter fortgehen und sie im Stich lassen würden, wie man u. a. anhand einer Reihe von Mythen zum Thema „Verschwinden und Wiederkehr einer Gottheit“ erkennen kann. Damit verbunden sind mehrere Ritualtexte, deren Ziel es ist, eine Gottheit wieder in ihren Tempel zu locken und zurück ins Heimatland zu evozieren. Viele Kult- und Ritualtexte beinhalten kürzere oder längere Abschnitte, in denen eine Gottheit evoziert wird. Darüber hinaus sind fünf ganze Ritualtexte belegt, in denen es überwiegend darum geht, eine verschwundene Gottheit zu überzeugen, wieder nach Hause zurückzukehren. In dieser Übung werden wir vor allem diese fünf Evokationstexte genauer betrachten und abschnittsweise lesen und besprechen. Überdies werden wir einen Blick auf mehr oder weniger ähnliche Evokationen aus der Welt der klassischen Antike werfen. Teilnehmer werden Umschrift, Übersetzung und Kommentar vorbereiten und vorstellen.
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Abschluss von Hethitisch I–II.

Techniken der Entzifferung schwer beschädigter Keilschrifttexte

Stefan Maul
Blockseminar: Termine: 11.05.–12.05.2026: Mo. 09–12, Di. 09–12; 06.07.–10.07.2026: Mo. 09–12, Di. 09–12, Do. 09–12 + 13–17, Fr. 09–12 + 13–17, Schellingstr. 5, 307
BA Alter Orient: P 4.2, WP 4.2, WP 9.2
MA Altorientalistik: P 4.2, WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Jeder Assyriologe weiß ein Lied davon zu singen: Ist die Entzifferung bestens erhaltener Keilschrifttexte wegen der starken Polyvalenz der Schriftzeichen bereits eine große Herausforderung, erscheint das Lesen schwer beschädigter Tontafeln auf den ersten Blick nahezu unmöglich. Von zerbrochenen Tafeln sind nämlich oft nur kleinere Scherben übrig geblieben, sodass der Kontext, in dem die wenigen erhaltenen Zeichenfolgen standen, nicht mehr existiert. Häufig ist auch die Tafeloberfläche stark beschädigt und von Keilschriftzeichen sind nur noch Reste zu erkennen. Nach gründlichem Studium ist es dennoch nicht selten möglich, recht detaillierte Aussagen über das Alter, den Inhalt, die Gestalt und die Maße eines weitgehend zerstörten Schriftstücks zu machen und die vorliegenden Textreste zu verstehen und zu ergänzen.
In dem Seminar, das sich an fortgeschrittene Studierende der Assyriologie richtet, sollen anhand von zahlreichen Beispielen aus allen Epochen der altorientalischen Schriftgeschichte in gemeinsamer Gruppenarbeit die Techniken der Entzifferung schwer beschädigter Keilschrifttexte eingeübt werden.
Teilnahmevoraussetzungen: Der Kurs richtet sich an fortgeschrittene BA- und MA-Studierende. Gute Kenntnisse des Akkadischen und des Keilschriftlesens sind erforderlich.

Keilschriftwerkstatt. Auf dem Weg zur perfekten Edition

Enrique Jiménez
2-stg., Di. 16–18, Schellingstr. 5, 307
MA Altorientalistik: WP 9.1, WP 10.1, WP 12.1, WP 13.1
Das Seminar bietet allen, die mit einer wissenschaftlichen Arbeit zu sumerischen oder akkadischen Quellen beschäftigt sind oder eine solche Arbeit planen oder vorbereiten, die Möglichkeit, Texte aus ihrer Arbeit oder ihres Interesses in einem größeren Kreis vorzustellen und zu besprechen. Im offenen wissenschaftlichen Gespräch soll hier insbesondere auch die philologische Interpretation von Texten behandelt werden, die die Grundlage jeder wissenschaftlichen Diskussion bildet.
Die gemeinsame Lektüre soll umgekehrt allen Beteiligten auch helfen, unterschiedliche Quellen kennenzulernen und so das eigene Spektrum zu erweitern.
Teilnahmevoraussetzung: Erfahrung in sumerischer und akkadischer Philologie (aufgrund einschlägiger Lektürekurse, BA-Arbeit usw.).