Assyriologie und Hethitologie
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Sumerisches Glossar

Bearbeitung von Rechts- und Verwaltungsurkunden
(DFG-Projekt)

Tontafel SumerischDas Sumerische, eine nach heutigem Wissen keiner Sprachfamilie zuzuordnende Ergativsprache, stellt neben dem semitischen Akkadischen die wichtigste Sprache des keilschriftlichen Alten Orients dar. In sumerischer Sprache sind vorwiegend aus der zweiten Hälfte des 3. und dem frühen 2. Jahrtausend v. Chr. eine reichhaltige Literatur ebenso wie Königsinschriften und zehntausende Urkunden überliefert. Während zur Grammatik des Sumerischen aktuelle Synthesen vorliegen, fehlt für das sumerische Lexikon jedes aktuelle Nachschlagewerk.

Das letzte 'vollständige' Wörterbuch, das Šumerische Glossar von A. Deimel (T. II, 1928-33), kann heute nur noch im Einzelfall dem Spezialisten weiterhelfen. Das wichtigste Großprojekt, „The Sumerian Dictionary of the University Musum of the University of Pennsylvania“, herausgegeben von Å. W. Sjöberg, veröffentlichte bisher die Teilbände A/I-III (1992-1998, IV wäre noch zu erwarten) und B (1984). Es wird nicht mehr als Buchpublikation fortgeführt. Das Nachfolge-Unternehmen e-PSD erschließt durch Konkordanzen große Textgruppen und stellt so ein unverzichtbares Hilfsmittel für den Spezialisten dar.

Die lexikografische Erschließung des Wortschatzes bleibt aber ein Desiderat. Aus diesem Grund wird in Zusammenarbeit mit Pascal Attinger (Bern) ein „Sumerisches Glossar“ erarbeitet, das auf einer repräsentativen Auswahl von Texten aller Gattungen beruht. Während Attinger literarische Texte und Königsinschriften von präsargonischer bis altbabylonischer Zeit bearbeitet, steuert Sallaberger den Wortschatz von Rechts- und Verwaltungsurkunden bei, die in die präsargonische, sargonische, Ur III- und die frühe Isin-Zeit (etwa 24. bis 20. Jhdt.) datieren. Dazu wurde eine repräsentative Auswahl von (über sechstausend) Texten aus verschiedenen Fundorten getroffen, die vollständig unter Einschluss der Elemente sumerischer Namen aufgenommen werden. Die Auswahl umfasst die wichtigsten Fundorte (Nippur, Ur, Girsu, Umma, Adab usw.) ebenso wie unterschiedliche Textgattungen (neben administrativen Texten auch Rechtsurkunden, Briefe).

Die Beschränkung im Corpus und die bewusst klein gehaltene Arbeitsgruppe sollen es ermöglichen, bis zum Ende flexibel an der Anordnung der Lemmata und am Aufbau der Artikel arbeiten zu können. Dieser experimentelle Charakter ergibt sich zwingend daraus, dass für das sumerische Lexikon keine geeigneten Vorbilder existieren.

DFG-gefördertes Forschungsprojekt, Projektbeginn 2001, Förderung 2004 - 2011

Projektleiter

Ehemalige MitarbeiterInnen