Assyriologie und Hethitologie
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Das Erra-Epos

Das Erra-Epos und seine Stellung in der akkadischen Literatur

Das Ziel diese Forschungsvorhabens ist eine Neuedition des sogenannten „Erra-Epos“ sowie eine umfassende inhaltliche Untersuchung des Werkes insbesondere unter dem Gesichtspunkt seiner Beziehung zu anderen Zeugnissen der mesopotamischen Literatur.

Das Erra-Epos beschreibt das zerstörerische Wirken des Kriegs- und Seuchengottes Erra und stellt somit eine literarische Bewältigung von Kriegen und Katastrophen dar, welche als Folge des Handelns des zürnenden Gottes geschildert und bildreich beschrieben werden. Dieser Text, der auf fünf Keilschrifttafeln verteilt in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. niederge-schrieben wurde, ist das jüngste der großen assyrisch-babylonischen Literaturwerke. Bis heute ist eine inhaltliche Interpretation, nicht zuletzt aufgrund des teilweise fragmentarischen Erhaltungs-zustandes des Textes, jedoch nur in Ansätzen erfolgt.

In diesem Projekts soll das Erra-Epos zum einen in einer modernen, kritischen Edition mit ausführlichem philologischem Kommentar, Glossar, Indizes und einem Tafelteil mit den Keilschriftautographien vorgelegt werden, wobei auch bislang unpublizierte Fragmente aufgenommen und damit der Textbestand erweitert werden wird. Zum anderen soll der Text eingehend inhaltlich analysiert werden. Bei dieser Analyse soll insbesondere die Frage nach den Bezügen des Erra-Epos zu anderen literarischen Texten unterschiedlicher Genres gestellt werden. Die intensive Beschäftigung mit einem literarischen Text unter dem besonderen Blickwinkel der Intertextualität ist ein methodischer Ansatz, welcher für die großen Werke der altorientalischen Literatur bislang kaum verfolgt worden ist. Die Analyse des Erra-Epos primär unter dieser Fragestellung soll sowohl zu einem vertieften inhaltlichen Verständnis dieses außergewöhnlichen Textes führen als auch darüber hinaus neue Einblicken in die Literatur- und Ideengeschichte des 1. Jahrtausends v. Chr. in Mesopotamien geben.

DFG-gefördertes Forschungsprojekt, Projektbeginn Okt. 2013, Laufzeit 3 Jahre

Projektleiterin

Frauke Weiershäuser